Drei Tage im Schwarzwald unterwegs
An Fronleichnam machte sich eine kleine Gruppe, genauer gesagt 13 Wanderer, auf den Weg, um die letzte Etappe des Querwegs Rottweil – Lahr unter die Füße zu nehmen. Das Wetter hätte zum Wandern nicht besser sein können, und damit das Ganze auch umweltfreundlich ist, sind wir mit der Bahn angereist.
Im vergangenen Jahr hat die erste Etappe Rottweil aus in Hornberg geendet; also stiegen wir diesmal auch dort aus dem Zug und begannen den Anstieg zur Burg Hornberg. Von oben konnte der Blick weit schweifen über viele Anhöhen und in schöne Täler und sogar die Fronleichnams-Prozession, die sich unten durchs Städtle bewegte, konnte man verfolgen.
Das Ziel des ersten Wandertages war das Landwassereck, wo im Gasthaus Quartier gebucht war. Hier verläuft eine regelrechte Passstrasse zwischen Gutach und Elzach. Am nächsten Tag gings frisch gestärkt weiter, aber nicht, ohne vorher per Handy Klara Engelhardt ein Geburtstagsständchen gesungen zu haben. Ihr Mann Otto war nämlich trotz ihrem Geburtstag bei uns – als Wanderführer. Bergauf und bergab, durch Wiesen und Wälder, gings dem nächsten Tagesziel, der Ansiedlung Höhenhäusern auf der Passstrasse zwischen Elzach- und Schuttertal, entgegen. Im Gasthaus Kreuz war unser Nachtquartier. Eine "Betriebsbesichtigung" mit dem Seniorchef der nahen Fa. Trachten-Fischer, wo auch die Uniformen unserer Stadtkapelle genäht wurden, rundet den Tag ab.
Diese Übernachtungen in den oft recht einsamen Berggasthäusern sind etwas ganz Besonderes. Nach so einem Wandertag, einem guten Abendessen und gemütlichem Zusammensitzen geht man dann ganz zufrieden zu Bett, mit dem Gedanken, etwas geleistet zu haben. Am Samstag, dem dritten und letzten Wandertag, erwartet uns die längste Etappe, nämlich 24 km. Und dann mussten wir ja auch noch den Zug für die Heimfahrt bekommen. Also saß uns die Zeit etwas im Nacken. Aber man war dann doch noch eine halbe Stunde vor Zugabfahrt am Bahnhof in Lahr. Man könnte noch so manche einsame Herberge aufzählen, an der wir vorbeigekommen sind. So das Biereck, wo wir uns eine Pause gegönnt haben. Oder den Sodhof, wo ein riesiger Kastanienbaum den Biergarten beschattet. Drei schöne, harmonische Wandertage haben wir erlebt, an die wir uns gern erinnern werden.
Dora Renz