Schwarzwaldverein Haiterbach e. V.

Ortsgruppe im Bezirk Nagoldtal

Auf dem Donau Radweg

von Ulm nach Neustadt a. d. Donau

Der Schwarzwaldverein Haiterbach setzte die im letzten Jahr in Donaueschingen begonnene Radtour an der Donau, mit drei weiteren Tagesetappen fort. In Ulm, beim Donaustadion, starteten die 30 Radler und Radlerinnen ihre Tour durch die schönen alten Residenzstädtchen im bayrischen Schwaben. Erster Halt war nach 30 Radkilometern in Günzburg, mit seinem historischen Marktplatz, wo zahlreiche Straßenlokale zur Mittagsrast einluden. Über Lauingen, wo auf einem sehr schönen Marktplatz das Denkmahl von "Albertus Magnus" steht, er war einer der größten Gelehrten des Mittelalters und wurde 1193 hier geboren, wurde nach gut 60 Kilometern das Tagesziel Dillingen erreicht. Die Fürstbischöfe von Augsburg regierten von Dillingen aus ihr großes Territorium und brachten Prunk und Glanz in das kleine Barockstädtchen. Pfarrer Sebastian Kneipp begründete in Dillingen seine Kaltwasserkur. Wegen einer Lungenkrankheit stieg er regelmäßig in das kalte Wasser der Donau und konnte sich dadurch kurieren und die Heilwirkung von kaltem Wasser beweisen.

Die zweite Tagesetappe führte die Radler über das malerische Höchstädt zur Mittagsrast nach Donauwörth, wo gerade das "Reichsstraßenfest" stattfand. Die Reichsstraße gilt als eine der schönsten Straßenzüge Süddeutschlands, mit zahlreichen Barockbauten wie dem Rathaus, dem Tanzhaus, dem Fuggerhaus sowie dem Liebfrauenmünster und dem Reichsstadtbrunnen. Die ganze Reichsstraße war ein großer Festplatz, wo auf drei Bühnen Musikkapellen aufspielten. In Donauwörth kreuzte einst der wichtige Handelsweg zwischen Augsburg und Nürnberg die Donau-Wasserstraße. Die Donaubrücke hatte die Stadt, deren Stadtmauern einst 38 Türme hatte, reich gemacht.

Nach 78 Radkilometern wurde dann das zweite Tagesziel: Neuburg a. d. Donau erreicht. Von der Donaubrücke aus bot sich den Radlern ein prächtiger Blick auf das Residenzschloss aus dem 16. Jahrhundert. Es gilt als das schönste Renaissanceschloss an der Donau, wo seit 1505 die Herren des Fürstentums Pfaltz - Neuburg residierten. Aus Anlass des 500-jährigen Schlossjubiläums wurde an diesem Abend gerade im Schlosshof, mit seinen doppelstöckigen Laubengängen, ein Theaterstück aufgeführt. Das ganze historische Ensemble der Oberstadt beeindruckte die Radler sehr, eine wahre Augenweide sind diese schön restaurierten mittelalterlichen Gebäude um das Schloss.

Die letzte Tagesetappe führte von Neuburg zunächst zum nahe gelegenen Jagdschloss Grünau. Pfalzgraf Ottheinrich ließ es 1544, als Jagd- und Lustschloss für seine Frau Suzanna errichten und es macht auch heute noch seinem Namen alle Ehre, liegt es doch mitten in der "grünen Au". Nach ca. 30 Radkilometern wurde dann Ingolstadt (die Audi-Stadt) erreicht, wo in der schönen Fußgängerzone ein lauschiger Biergarten zur Mittagsrast einlud. 25 Brauereien gab es einst in der Stadt, die Bier nach dem Reinheitsgebot brauten, welches 1516 in Ingolstadt erlassen wurde. Das Liebfrauenmünster, das Neue Schloss und die Rokokokirche Maria de Victoria sind die bedeutendsten historischen Bauten der Stadt. 806 erstmals urkundlich erwähnt, erhielt Ingolstadt 1250 das Stadtrecht. Die Bedeutung der Donau als wichtige Wasserstraße kann man daraus ersehen, dass die Ingolstädter 120 Jahre lang ein neues Donaubett gegraben haben, um die Donau näher an die Stadt heran zu führen.

Über das 1200-jährige kleine Städtchen Vohburg mit seinen historischen Stadttoren, erreichten die Radler nach ca. 60 Kilometern Neustadt a. d. Donau, wo die Räder wieder in den pünktlich eingetroffenen Bus mit Radanhänger verladen wurden, um die Heimreise anzutreten. Im nächsten Jahr soll die Donau-Radtour bis Passau fortgesetzt werden.