Schwarzwaldverein Haiterbach e. V.

Ortsgruppe im Bezirk Nagoldtal

Auf dem Querweg Freiburg – Bodensee

Durch die Wutachschlucht nach Engen im Hegau

„Dem Querwegwanderer zum Gebot: Nach Freiburg weiß nach Konstanz rot“. Gemeint ist das Markierungszeichen, die rot-weiße Raute auf gelbem Grund, das dem Wanderer den Weg weist, von der Breisgau Metropole Freiburg, durch den Hochschwarzwald und das Hegau, bis an das Schwäbische Meer nach Konstanz. Die gesamte Wegstrecke beträgt 178 km.

Eine 18-köpfige Wandergruppe des Schwarzwaldvereins Haiterbach, hat über das Fronleichnams-Wochenende, die im letzten Jahr in Freiburg begonnene Querwegwanderung fortgesetzt. Drei Tage lang folgte die Wandergruppe runde 60 km dieser rot-weißen Raute. Mit Bahn und Bus ging es von Horb aus nach Kappel bei Lenzkirch, zum Ausgangspunkt der diesjährigen drei Etappen. Petrus meinte es gut, fast zu gut, mit den Wanderern und sorgte mit hochsommerlichen Temperaturen für viel Schweiß und Durst, der bekanntlich schlimmer ist als Heimweh.

Bei der Ankunft in Kappel konnten die Wanderer gerade noch die Fronleichnams-Prozession miterleben, die sich auf dem Weg in die nahe Kirche bewegte. Von Kappel führte die Wanderstrecke zunächst hinunter ins enge Tal der Haslach, die beim Rechenfelsen in die Gutach mündet, welche ab dort dann Wutach heißt. Auf schmalen, idyllischen Fußpfaden, folgt der Wanderweg dem wilden und natur belassenen Wasserlauf der Wutach. Über die Schattenmühle ging es zum ersten Tagesziel ins ehemalige Bad Boll, heute ein Stadtteil von Bonndorf.

Wutachschlucht

Der zweite Wandertag führte die Teilnehmer dann durch die berühmte Wutachschlucht, mit ihren mächtigen Felswänden, durch die sich die Wutach im Lauf der Jahrtausende gegraben hat, zur Wutachmühle am Ausgang der Schlucht. Über Achdorf und Blumberg wurde das zweite Tagesziel, Epfenhofen an der „Sauschwänzlesbahn“ erreicht. Die kühnen Stahlkonstruktionen der Bahnbrücken beeindruckten die Wanderer. Die Bahn wurde aus militärstrategischen Gründen bereits vor dem ersten Weltkrieg gebaut, und ist heute als Museumsbahn, eben wegen dieser Brücken und der kurvenreichen Streckenführung, besonders beliebt.

Wutachschlucht

Wutachschlucht

Achdorf

Wutachschlucht

Wutachschlucht

Epfenhofen

Über Randen und Riedöschingen, führte die letzte Tagesetappe die Wanderer nun aus dem Schwarzwald-Baar Kreis hinaus, in die schöne Vulkanlandschaft des Hegaus. Von dem alten Poststräßchen, über das einst die Postkutschen von Blumberg nach Engen rollten, schweifte der Blick weit hinaus über Tengen, vorbei an Hohenstoffel, Hohenkrähen und Hohentwiel bis zum Bodensee, der in der Ferne blinkte. Zwischen Riedöschingen und Engen berührt der Wanderweg auf 15 km keine menschliche Siedlung (und kein Gasthaus). Nur Natur, blumenreiche Waldwiesen sowie herrliche Ausblicke über die schöne Hegau Landschaft, begleiten den Wanderer. Entsprechend groß war der Durst als nach 23 km das schöne Städtchen Engen erreicht wurde. („Engen, Tengen, Blumenfeld, sind die schönsten Städt’ der Welt“ lernen die Hegau-Kinder in der Schule.)

Riedöschingen

Hegau

Hegau

Hegau

Man möge es uns verzeihen, aber bei den hohen Temperaturen waren die (meisten) Teilnehmer jedoch mehr an einem schönen Biergarten als an der Schönheit von Engen interessiert. Ziel gerichtet, wurde gleich im ersten Gartenlokal am Marktplatz eingekehrt und die Wanderstiefel gegen Sandalen getauscht. Trotz Hitze und Anstrengung war man sich einig, drei schöne und harmonische Wandertage erlebt zu haben. Auf der Heimfahrt mit dem Zug von Engen nach Horb, wurden bereits die Pläne für die Fortsetzung der Querweg-Wanderung im nächsten Jahr, von Engen über Singen nach Konstanz geschmiedet. Es muss ja nicht wieder so heiß sein, wie dieses Mal. Ein paar Grad weniger würden auch genügen für ein Fußbad im „Schwäbischen Meer“.

Engen