Zum Neckarursprung im Schwenninger Moos
Die Nachmittagswanderung im Schwenninger Moos hat eine so große Teilnehmerzahl gefunden, dass der bestellte Bus zu klein war. Ein Fall der in der Vergangenheit bisher nur ein oder zweimal eingetreten ist. Mit 67 Personen (!) hat diese letzte Ausfahrt in diesem Jahr das größte Interesse gefunden. Die Wanderführer Helga und Alfons Huber waren überwältigt (sie waren geradezu „sprachlos“). Zunächst ging die Fahrt deshalb nach Vollmaringen zum Busunternehmen, um in einen größeren Bus umzusteigen. Nach dem dann schließlich alle einen Sitzplatz bekommen haben, ging die Fahrt mit Verspätung in Richtung Schwenningen. Wir bitten alle Teilnehmer diesen Umstand zu entschuldigen, aber das war nicht vorhersehbar.
Das Schwenninger Moos, eine Moorlandschaft, ist der „Ursprung und die Wiege“ des Neckars. Mitten durch das Moos verläuft die Europäische Wasserscheide. Nur wenige Meter entscheiden darüber, wohin das Wasser fließt, in die Nordsee oder ins Schwarze Meer. Im nördlichen Teil entspringt der Neckar, der über den Rhein in die Nordsee entwässert. Der südliche Teil des Moores entwässert über den Marbacher Talbach und die Brigach in die Donau, die nach gut 2800 km in Rumänien schließlich ins Schwarze Meer mündet. Eine lange Reise für das Wasser aus dem Moos. Im Verlauf des vorletzten Jahrhunderts wurde das Moos weitgehend trockengelegt, um den wertvollen Torf stechen zu können. In den letzten Jahrzehnten wurde das Moos wieder bewässert, renaturiert und als hochrangiges Biotop unter Naturschutz gestellt. Aus den ehemaligen Torfstechplätzen sind schöne Moorseen entstanden und aus einem solchen Moorsee fließt eben auch der junge Neckar. Den verschiedenen Informationstafeln entlang des Wanderwegs durch das Moos, konnte man viel Interessantes über diese Moorlandschaft entnehmen.
Die Abschluss-Einkehr im Schwenninger-Ortsteil Zollhaus erinnerte daran, dass hier die badisch-württembergische Grenze verlief und dass eben hier, vor noch gar nicht so langer Zeit, tatsächlich ein „Zollhäusle“ stand. Wo jeder der die Grenze zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg überschreiten wollte, seinen Wegezoll zu entrichten hatte. In Zeiten der deutschen Kleinstaaterei eine ganz normale Sache, die wir uns heute im vereinten Europa kaum noch vorstellen können, Gott sei Dank. Dass auch das Wetter noch mitgespielt hatte an diesem Sonntag, und die Regenschirme nicht gebraucht wurden, machte diesen Wandernachmittag zu einem schönen Erlebnis, in einer für die meisten Teilnehmer noch unbekannten Landschaft.



